Andacht November 2021

Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes
und auf das Warten auf Christus.


2. Thessalonicher 3, 5

„Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über“ sagt das Sprichwort. Manch einer weiß nicht, dass dies Martin Luthers übersetzung von Lukas 6,45 ist. Dort predigt Jesus auf dem Felde unter anderem davon, dass man einen Baum an seinen Früchten erkennt und einen Menschen an seinen Worten und Werken. „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“

„Für Jesus ist das Herz des Menschen Mittelpunkt und Zentrum der menschlichen Person“ (Heiser). Je nach dem, womit wir das Herz füllen, ob mit Zorn oder Barmherzigkeit, mit irdischen Freuden oder himmlischen, danach geben wir auch an andere ab. Wie es richtig ist, sagt Jesus uns in seiner Auslegung des Gleichnisses vom Sämann: „Das (Saatgut) aber auf dem guten Land sind die, die das Wort (Jesu, das Evangelium) hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld“ (Lukas 8, 35).

Das Herz ist also das Steuerungsinstrument, das den Menschen auf seinen Lebenswegen führt und leitet. Wenn das Herz sich an Reichtum hängt, dann wird das Geld zum Mittelpunkt, dann sind Habgier und Neid ständige Begleiter (vgl. das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus, Lukas 16, 19ff). Wenn dem Herzen das eigene Ich besonders wichtig ist, dann leidet darunter die liebende Hinwendung zum Nächsten (vgl. Priester und Levit im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, Lukas 10, 29ff). Der Apostel Paulus betet darum, dass das Herz der Thessalonicher auf das richtige Ziel ausgerichtet wird. Und nicht nur die Thessalonicher sind mit dem Monatsspruch gemeint: „Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.“

Auch wir sind angesprochen. Es war wohl noch nie so leicht für den Bösen, den Teufel, Menschen zu verführen und zum Abfall von Jesus zu verleiten. Eine Fülle von Fernsehsendern und Streamingdiensten können das menschliche Herz wegleiten vom Evangelium hin zu lieblosem Verhalten. Wer denkt z.B. an Jesu Gebot „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ (Matthäus 7, 1), wenn im Internet Urteile über die Leistung eines Unternehmens erfragt und abgegeben werden? Ist die Vielfalt elektronischer Medien vielleicht ein neuer Trick des Satans, die Geister zu verwirren und die Menschen von Jesus abzuwenden? Ist die Bitte des Apostels Paulus nicht sehr zeitgemäß: „Weiter, liebe Brüder, betet für uns, dass das Wort des HERRN laufe und gepriesen werde wie bei euch“ (2. Thessalonicher 3, 1)?

Dem Apostel Paulus geht es darum, dass möglichst viele Menschen, die noch nie von Jesus gehört haben, die Nachricht von der Liebe Gottes kennen lernen und erfahren, dass Gottes Sohn Jesus als Mensch auf der Erde gelebt hat und einen schrecklichen Tod gestorben ist als Sühne für das Fehlverhalten aller Menschen. Und – vor allem – dass jeder Mensch, der sein Vertrauen in Jesus setzt und sein Herz der Leitung Jesu anvertraut, ohne Weiteres vor dem endgültigen Tod gerettet ist. Jedermann soll davon Kenntnis erhalten und Gelegenheit haben, sich dafür zu entscheiden, um dann mit der Gemeinschaft der Christen in aller Welt und zu allen Zeiten auf das zweite, das siegreiche und glanzvolle Kommen Jesu Christi zu warten.

Was für ein schöner Tag wird das sein!

Ulrich Lorenz, Berlin