Andacht Januar 2026
Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
1. Mose 1, 27
Hier haben wir den „Urknall“ in der Bibel. Die Wissenschaftler bezeichnen mit diesem Begriff „Urknall“ das simultane Entstehen von Materie, Raum und Zeit. Die Bibel beschreibt diesen Vorgang menschlicher, verständlicher als die Naturwissenschaftler, aber nicht minder präzise.
Dabei ist es eigentlich gar nicht so wichtig zu wissen, wie die irdische Welt entstanden ist, entscheidend ist, dass es sie gibt. Denn sonst könnten Sie diesen Text nicht lesen und ich ihn nicht schreiben: es hätte uns beide nicht gegeben. Aber auch die schönen Winterlandschaften, das Aufbrechen der Knospen im Frühling, der romantische Sonnenaufgang und die blasse Mondnacht wären nicht. Wäre doch schade, oder?
So aber können wir uns erfreuen an der Schönheit der Natur, aber auch dem wunderbaren Zusammenspiel der in ihr wirkenden Kräfte. Und wir können dankbar begreifen, wie liebevoll der himmlische Vater alles ordnet. Auch für eine Begleitung durch unsere Lebenszeit hat er gesorgt. „Er schuf sie einen Mann und eine Frau.“
Natürlich dient diese Ordnung dem Erhalt und der Vermehrung der Menschen - Gott will nicht, dass die Erde sich selbst überlassen bleibt. Die Menschen sollen sie pflegen und behüten, sollen ihren Nutzen haben und für Ordnung unter den Tieren und Pflanzen sorgen. Ob uns das gelingt sei dahingestellt - wichtiger ist, dass wir aus der Zweisamkeit Freude erfahren, die dem Bilde Gottes, seiner Liebe zu uns entspricht. Die Liebe ist eben nicht ohne Grund ein nie enden wollendes Thema für Denker, Dichter und Sänger.
Christen denken nicht nur an Zweisamkeit, sondern an Dreisamkeit. In ihrer Partnerschaft gibt es einen Dritten: Jesus. Der hat uns versprochen, bei uns zu sein „alle Tage bis an der Welt Ende“. Deshalb stellen wir uns nicht nur am Hochzeitstag unter den Segen Gottes, versprechen am Altar vor seinem Angesicht einander Treue in guten und schlechten Zeiten bis der Tod uns scheidet. Wir nehmen Jesus auch in unsere tägliche Gemeinschaft auf. Er steht nicht zwischen uns, sondern umfängt uns mit seiner liebevollen Leitung unseres Lebensweges.
Brauchen wir nicht alle eine Wegweisung für unser Leben? Sucht nicht jeder Beratung in den Entscheidungen, die er zu treffen hat? Und wird nicht oft gerade die Partnerschaft zum Problem? Jesus sagt (Johannes 8, 12): „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“ Lassen wir uns erleuchten!
Ein gesegnetes neues Jahr Ihnen allen.
Ulrich Lorenz, Berlin