Andacht Januar 2025
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
5. Mose 6, 5
„Höre!“
So beginnt die Textstelle, aus der die Monatslosung stammt. „Höre!“ - nicht bete, rede, mache. Nein: Gott sagt dem Volk Israel und uns: „Höre!“
Gleich nachdem Gott auf seine Einzigartigkeit aufmerksam gemacht hat, folgt die Aufforderung: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“
Es ist uns Menschen nicht möglich, etwas zu lieben, was wir uns nicht vorstellen können, was unsichtbar und unbeschreibbar und unfassbar ist. Das aber alles ist Gott (vgl. 2. Mose 20, 4). Daher fiel es dem Volk Israel schwer, daher auch uns, Gott zu lieben.
Zwar meinen wir, Gott zu lieben, wenn wir zu ihm beten, wenn wir die vermeintlichen oder tatsächlichen Verpflichtungen vor Gott, besonders die Nächstenliebe, brav ableisten. Das ist sicherlich alles gut und richtig, aber zuerst kommt für Gott die Liebe zu ihm.
Um uns zu helfen, ist Gott zu Weihnachten Mensch geworden in Jesus Christus. Den können wir begreifen. Das ist einer von uns. Den können wir lieben. „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören!“ sagt Gott zu Jüngern auf dem Berg (z.B. Matthäus 17, 5). Wieder: „Hören.“
Jesus Christus sagt (und zeigt) uns, wie sein und unser himmlischer Vater sich unser Verhalten ihm und unseren Mitmenschen, unserer Umwelt gegenüber denkt. Immer wieder zieht sich Jesus von Allem und Allen „auf einen Berg“ zurück um allein zu sein mit seinem Vater (z.B. Markus 6, 46). Um zu hören. Auch um zu seinem Vater zu beten.
Wie er betete, sagt er uns: „Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen“ (Matthäus 6, 7). Gott sieht in unsere Herzen und weiß, was wir ihm sagen werden. Was aber Gott uns sagen will, ist wichtig. Das erfahren wir nur durch Hören. Wir erweisen ihm unsere Hochachtung, unseren Respekt, indem wir auf ihn hören, weil er uns Wichtiges zu sagen hat.
Aber Gott lieben? Jesus weist uns auf den Weg hin, den wir gehen, um Gottes Gebot zu erfüllen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Johannes 14, 6). Und: „Er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott gekommen bin.“ (Johannes 16, 27) Wenn wir also an Jesus als den Sohn Gottes, den Messias glauben, wenn wir ihn lieben, lieben wir den Vater und sind bei ihm geborgen.
Ein erfolgreiches Jahr, behütet von unserem himmlischen Vater Ihnen allen.
Ulrich Lorenz, Berlin