Andacht Juli 2025
So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
Hosea 12, 7
Er war ein Lügner und Betrüger, ein Erzlump, der auch seinen eigenen Bruder skrupellos übers Ohr haute! Das galt zwar in seiner Welt als anerkennenswert, vorausgesetzt, man hatte Erfolg, und Erfolg im menschlichen Sinne hatte Jakob, der sich später Israel nannte - aber nicht deshalb wurde er von Gott auserwählt und zum Stammvater des nach ihm benannten Volkes, sondern obwohl er solch ein Schlitzohr war.
Und wie es Jakob ihnen vorgemacht hatte, verhielten sich seine Nachkommen untereinander und Gott gegenüber. „Denn sie sind ein ungehorsames Volk und verlogene Söhne, die nicht hören wollen die Weisungen des Herrn.“ (Jesaja 30, 9) Obwohl Gott es anders geboten hatte, scheute man sich nicht, die Armen durch falsches Gewicht und mangelhafte Ware zu schädigen. Man war der Meinung, der „große Gott werde sich um solche kleinen Schummeleien“ nicht kümmern. Außerdem ging man ja regelmäßig zum Gottesdienst und zahlte brav seine Kirchensteuern, um Gott zu versöhnen. Und: es gab so viele Götter, wer sagte denn, dass ausgerechnet dieser Gott Abrahams der wahre Gott sei, dem man gehorchen sollte?
Gott befahl Hosea und allen anderen Propheten, den Menschen durch Tat und Wort das strenge Gericht Gottes zu verkünden, wenn sie sich weiterhin von Gott abwendeten. Zugleich sollten die Propheten aber auch die Menschen wissen lassen, dass Gott sich ihrer erbarmen wolle, weil er sie liebte. Nicht weil sie so bösartig waren, sondern obwohl sie einander das Leben zerstörten mit Neid und Missgunst, mit Lüge und Betrug. „Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; und wandelt auf allen Wegen, die ich euch gebiete, auf dass es euch wohl gehe.“ (Jeremia 7, 23)
Aber weil die Menschen damals wie heute nicht auf die Predigt hörten, weil es ihnen egal zu sein schien, wie sie miteinander lebten und was nach ihrem Tode sein würde, schickte Gott seinen Sohn Jesus. Der verkündete den Menschen die Güte Gottes. Er versprach ihnen das wahre Leben hier und nach ihrem Tode, wenn sie statt sich ständig selbst zu bekriegen, im Vertrauen auf Gott in Liebe miteinander verkehrten. Der lebte ihnen vor, wie Menschen im rechten Verhältnis zu ihrem Schöpfer leben sollten. Gott ließ seinen schuldlosen Sohn Jesus als Strafe für die Bosheit der Menschen foltern und sterben, aber - und das war der große Unterschied zu allen Propheten und Predigern zuvor - Gott ließ Jesus am Ostermorgen von den Toten auferstehen, um dessen frohe Botschaft, das Evangelium, zu beglaubigen.
So kann und soll jeder von uns sich angesprochen fühlen, Gottes Einladung zu folgen: „So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!“
Ulrich Lorenz, Berlin